Archimedische Sandkasten

Der Archimedische Sandkasten geht auf die Zielgerade

Der Archimedische Sandkasten 2018 endet am Sonntag

  • Auch im dritten Jahr kamen viele Menschen zu Aachens größtem Sandkasten auf dem Katschhof, um zu buddeln oder einfach im Liegestuhl zu „chillen“.
  • Die Archimedische Werkstatt im Rahmen der Ferienspiele wurde zur Dombauhütte.
  • Oberbürgermeister Marcel Philipp findet es „phänomenal“.

 

Für Rolf Deubner, Marcel Philipp, Sibylle Keupen, Dr. Jutta Göricke, Helmut Maintz und Eva Wussing die perfekte Kombi für den Sommer: Alle sind begeistert von den Ferienspielen in der Werkstatt und dem Sandkasten. (v.l.)
Foto: © Stadt Aachen/David Rüben

Eine Sandkastenliebe geht zu Ende: Die Zuneigung der Aachenerinnen und Aachener zum Archimedischen Sandkasten auf dem Katschhof ist auch in der dritten Auflage ungebrochen. Aber nur noch bis Sonntag, 19. August, darf dort nach Herzenslust gebuddelt und gebaggert werden. Die Archimedische Werkstatt im Rahmen der städtischen Ferienspiele, die sich in diesem Jahr zum 40-jährigen Jubiläum des Doms als Weltkulturerbe in eine Dombauhütte verwandelte, schließt schon heute (Freitag, 17. August) ihre Tore – erneut mit einem grandiosen Ergebnis, einem neuinterpretierten Oktogon. Und sogar während die Abschlusspressekonferenz läuft, wird im Hintergrund noch geschraubt, gesägt und gemalt.

„Das was ich hier gesehen habe ist phänomenal“, fasst Oberbürgermeister Marcel Phillip seine Eindrücke zusammen: „Die Menschen, die denn Sandkasten nutzen haben alle gute Laune, der Sandkasten ist Stadtgespräch, ich wurde in den letzten Wochen ganz oft darauf angesprochen und ich glaube, wir haben noch nicht eine negative Reaktion bekommen.“ Die Verbindung mit dem Dom in diesem Jahr sei natürlich noch einmal eine ganz besondere Sache. „Und die Archimedische Werkstatt hat keinen pädagogischen Charakter“, so Aachens Stadtoberhaupt, die Kinder würden einfach mit Spaß drauf los bauen.

 

Skulptur noch größer als im letzten Jahr
Eine Einschätzung, der sich Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, die erneut für die Archimedische Werkstatt verantwortlich war: „Ich bin vor allem beeindruckt von der Skulptur. Die ist in diesem Jahr noch größer gewachsen, als im vergangenen. Die Kinder haben die Skulptur auch ganz selbstverständlich bespielt, durchkrabbelt.“ Hieraus spinnt sie schon wieder neue Pläne für das kommende Jahr: „Wenn wir dürfen?“ Die Frage wird mit einem zufriedenen Nicken von Marcel Philipp quittiert.

„Wir sind noch zufriedener als in den ersten beiden Jahren. Es ist toll zu sehen, wie selbstverständlich und lässig sich die Kinder und Familien den Platz und den Sandkasten erobern“, resümiert Dr. Jutta Göricke, Projektleiterin von Archimedischem Sandkasten und Werkstatt beim Fachbereich Presse und Marketing der Stadt Aachen. Es sei eine unglaubliche Wertschätzung, dass das Projekt auf Aachens zentralstem Platz stattfinden würde: „Und die Kinder merken auch, dass der Standort was ganz besonderes ist.“ Auch der Aktionstag sei in diesem Jahr – bei der zweiten Auflage – ein voller Erfolg gewesen: Am vergangenen Mittwoch hatten der FabBus der FH Aachen und das eXploregio.mobil des eXploregio.net-Netzwerks auf dem Katschhof Halt gemacht und boten Wissenschaft zum Anfassen. Die Experimente sollten Kinder und Jugendliche für MINT-Fächer begeistern. Was gelungen ist: „Im letzten Jahr war es noch etwas mau, aber in diesem Jahr kamen ganze Kindergruppen zum Aktionstag“, freut die Projektleiterin.

 

Werkstatt-Kinder besuchten den Dachstuhl des Doms
Einen ganz konkreten Zusammenhang zwischen dem Sand und dem Dom stellt Dombaumeister Helmut Maintz her: „Das im Sandkasten ist Nievelsteiner Sand, Sandstein aus Nievelstein ist auch im Dom verbaut – in andere Form natürlich.“ Er sei fasziniert von dem, was die Kinder gebaut hätte. Er glaubte sogar hier und da eine neue Nikolauskapelle zu entdecken. „Aber auch wie begeistert und neugierig sie bei den Besuchen im Dom waren“, erzählt Maintz, der mit den kleinen Dombaumeisterinnen und -meistern ins Dachgebälk des Doms gestiegen war. „Um Nachwuchs müssen wir uns in der Dombauhütte zumindest keine Sorgen mehr machen“, lacht Maintz.

Auch die STAWAG und Baumaschinen Deubner als treue Partner des Projekts waren begeistert. „Bei solch einer Aktion stellt sich doch immer die Frage, in was für einer Stadt leben wir? In Aachen ist es möglich, an solch einem tollen Platz Altes in Neues zu verwandeln, also den altehrwürdigen Katschhof mit einem solchen Projekt, bei dem etwas entsteht, was man vielleicht so gar nicht erwartet oder geplant hat“, so Rolf Deubner begeistert.

Eva Wussing, Pressesprecherin der STAWAG: „Wir sind Feuer und Flamme für Sandkasten und Werkstatt. Einerseits natürlich wegen der Verbindung zum Ingenieurwesen hier in Aachen, aber auch, weil das Thema ‚Buddeln‘, was wir ja jeden Tag tun müssen, hier den Kindern und Familien spielerisch nahe gebracht wird.“ Die STAWAG stiftete erneut das Sandspielzeug.

 

Bauteile und Sand werden weiter verwendet
Der Sandkasten wird am kommenden Montag abgebaut und auf dem Betriebshof des Aachener Stadtbetriebs eingelagert, bis der ihn im kommenden Jahr wieder aufbaut. Der Sand wird gereinigt und auf Aachener Spielplätzen wieder verwendet. Die Dachlatten, mit denen die Skulpturen rund um das Oktogon-Modell gebaut wurden, werden entschraubt und bei weiteren Aktionen in der Bleiberger Fabrik verwendet. Das Sandspielzeug geht an eine Aachener Kita – welche muss noch entschieden werden. Und das Holz-Oktogon wird an das Kaiser-Karls-Gymnasium geliefert, wo daraus in der Festwoche zum 40. Weltkulturerbe-Jubiläum des Doms ein neues Projekt entsteht.

Mehr Infos

„Exzellenz beleuchten“ Aachen lebt Wissenschaft: www.futurelab-aachen.de