Archimedische Werkstatt

Archimedische Werkstatt: Testlauf der Maschine

Die Maschine der „Archimedischen Werkstatt“ beim Testlauf

Fotos: © Stadt Aachen/Nadine Jungblut

  • Der „Archimedischer Sandkasten“ und die „ Archimedische Werkstatt “ waren ein voller Erfolg.
  • Am Samstag, 6. August, und Sonntag, 7. August, wird die Maschine öffentlich präsentiert, Premiere: 6. August, 14 Uhr.
  • Ab kommendem Montag baut der Stadtbetrieb den Sandkasten wieder ab.
Archimedische Werkstatt
© Stadt Aachen/Nadine Jungblut

Und sie dreht sich doch! Wie bei jeder guten Generalprobe wollten sich heute (Freitag, 5. August) nicht alle Teile der großen Maschine bewegen, die im Rahmen der „Archimedischen Werkstatt“ im „Archimedischen Sandkasten“ entstanden ist. Aber für den künstlerischen Leiter Berthold Westhoff kein Grund zur Panik: „Das kriegen wir bis zur öffentlichen Vorführung morgen hin.“ Die zwei Wochen haben ihn begeistert: „Ich habe immer noch Lust, mit den Kindern zu bauen und zu basteln“, so der Künstler, dessen Laune selbst der starke Regen Mitte der Woche nicht verderben konnte: „Wir haben mit den Kindern dann halt in den Zelten gearbeitet.“

Auch den Kindern merkt man die Begeisterung an, wenn sie um die Maschine flitzen, schauen, ob auch wirklich alle Teile laufen, sich alle Räder drehen, lautstark weitergeben, was noch nicht funktioniert. Entstanden sind Räder, die große Scheiben mit montierten Schaufensterpuppen antreiben, gruselig anmutende Köpfe auf Sägeblättern die rotieren, Bälle, die durch Rohre rollen, vieles davon elektrisch angetrieben und alles bis ins Detail künstlerisch von den 27 Jungen und Mädchen gestaltet, die an der Werkstatt teilgenommen haben.

 

Viel positive Resonanz – vor allem auch bei Familien

Eine Begeisterung, die sich auf alle Beteiligten am Sandkasten übertragen hat – und natürlich auch auf die Menschen, die mit ihren Kindern auf der großen Spielfläche, die nicht für die Werkstatt reserviert ist, spielen, buddeln, schaufeln oder ihren Kindern dabei gemütlich von den „Future Lab 2016“-Liegestühlen zusehen. „Ich bin begeistert von der Idee und der Umsetzung. Das ganze hier ist ein riesen Erfolg, an dem so viele unterschiedliche Akteure und Institutionen mitgearbeitet haben“, lobt Aachens Dezernent für Personal, Organisation, Stadtbetrieb, Feuerwehr und Umwelt, Dr. Markus Kremer, die Aktion, an der „sein“ Stadtbetrieb maßgeblichen Anteil hatte.

Der Beigeordnete erinnerte noch einmal an die beeindruckenden Zahlen: „140 Tonnen Sand, 320 Quadratmeter Spielfläche, 160 Meter laufende Balken, 200 Schlossschrauben. Und eine der ganz großen Herausforderungen: Die Konstruktion muss sich selbst tragen, da wir sie nicht um Untergrund verankern konnten.“ Für die Spielplatzspezialisten der Stadt – die ansonsten gut 300 städtische Spielplätze betreuen – eine große technische, logistische und handwerkliche Aufgabe, die souverän gelöst wurde. Auch für die Sauberkeit im und um den größten Sandkasten Aachens hat der Stadtbetrieb in den vergangenen zwei Wochen gesorgt.

Gute Logistik und Handwerk sind auch beim Abbau ab kommenden Montag gefragt, denn dann heißt es Abschied nehmen vom größten Sandkasten Aachens. „Der Sand wird übrigens in anderen Sandkisten Aachens weiter verwendet“, so der Dezernent. Die Holzkonstruktion auf dem Bauhhof eingelagert. Die Materialien der Maschine werden sortenrein getrennt und dann entsorgt.

 

„ Archimedische Werkstatt “ als gut sichtbares Projekt von „Future Lab 2016“

Dr. Jutta Göricke vom Fachbereich Presse und Marketing der Stadt Aachen und Projektleiterin des „Archimedischen Sandkastens“, sieht die Erwartungen aus dem Vorfeld übertroffen: „Die ‚Archimedische Werkstatt‘ und der ‚Archimedische Sandkasten‘ sind ein Projekt, das es so in Aachen noch nicht gegeben hat.“ Sie danke noch einmal allen Beteiligten – von den vielen Sponsoren, die Material, Werkzeug oder Spielzeug gestiftet haben, über den Fachbereich Kinder, Jugend und Schule, der Bleiberger Fabrik, die die pädagogische und organisatorische Leitung für die Archimedische Werkstatt im Rahmen der städtischen Ferienspiele übernommen hatte.

Ganz besonders danke sie aber den Bürgerinnen und Bürgern, den Familien, die sicher zu Tausenden die Spielfläche besucht haben: „Hier war stets eine tolle, friedliche Stimmung. Die Ersten waren manchmal schon um 8 Uhr hier. Der Sicherheitsdienst, der es netterweise übernommen hat, jeden Abend das Spielzeug und Stühle für uns wegzuräumen, obwohl das so gar nicht ausgemacht war, hat oft erst nach 0 Uhr alles abgebaut. Morgens haben die auch alles wieder raus gestellt.“

Studierende, Rentner, Familien, Berufstätige in der Mittagspause: Der Sandkasten auf dem Katschhof war in den vergangenen Wochen ein zentraler Anziehungspunkt. „Und das bewusst auf einem der wichtigsten Plätze der Stadt“, so Göricke, der ausgesucht worden sei, um „Future Lab 2016“ einer ganz breiten Öffentlichkeit näher zu bringen: „Die ‚ Archimedische Werkstatt ‘ steht stellvertretend für alle die MINT-Projekte und -Anbegote, die es in unserer Stadt gibt. Wir wollen sichtbar machen, was in dieser Stadt an Wissenschaft so alles läuft.“

 

Sandkasten als Ort der Begegnung

Und hervorragend gelaufen ist das Projekt auch für Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, der die Werkstatt als „noch mal was ganz Besonderes innerhalb unseres sehr guten Ferienspielangebots“ sieht: „Ich habe von Natur aus ein Faible für ungewöhnliche, innovative Projekte – und dies ist so eins.“ Neben der tollen Verbindung Kunst und Technik in der Werkstatt, hat er den Sandkasten auf dem Katschhof während der Zeit als „wunderbaren Ort der Begegnung und Kommunikation“ wahrgenommen: „Ich glaube, hier sind Menschen ins Gespräch gekommen, die sich so sicher nie begegnet wären.“

Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, resümiert: „Es war herrlich. Wir hatten ein wunderbares Team und eine tolle Gruppe. Alle haben Feuer gefangen.“ Auch sie hat die tolle Stimmung wahrgenommen, lediglich einer der von der STAWAG gestifteten Bagger hätte Schaden genommen und ein paar Stiele von Schaufeln: „Das waren übereifrige Väter, die beim Sandburgbauen zu viel wollten“, lacht sie. Auch die Werkstatt war ein voller Erfolg: „Die Kinder hatten viel Respekt vor der Technik, aber mindestens genauso viel Begeisterung.“ Bewusst hätte die Maschine keine Funktion, keine Aufgabe, sie sei einfach nur „herrlich sinnlos“.

Vorführungen und Talkrunde

Am Samstag, 6. August, wird die absurde Maschine der „Archimedischen Werkstatt“ ab 14 Uhr ganz offiziell für die breite Öffentlichkeit in Bewegung gesetzt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, bei einer kleinen Talkrunde mehr über das Projekt und die Maschine zu erfahren. Auch im späteren Verlauf des Nachmittags und am Sonntag wird die Maschine noch mehrfach laufen. Und die Möglichkeit, den Sandkasten und die Stühle zum Buddeln, Baggern und Chillen zu nutzen, besteht ebenfalls noch bis Sonntag.

 

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