Kinderzähne von Geburt an mit Fluorid schützen

Kinderzähne von Geburt an mit Fluorid schützen: Gesundheitsamt weist auf Empfehlungen für Eltern hin.

StädteRegion Aachen. Wenn die Zahnärztinnen und Zahn-Prophylaxe-Teams des Gesundheitsamtes der StädteRegion Aachen in den Schulen und Kitas unterwegs sind, haben sie viele Informationen und Tipps im Gepäck. Im Mittelpunkt stehen Zahngesundheit und die Vorsorge gegen Karies. Die Kinder üben zum Beispiel richtiges Zähneputzen und lernen spielerisch, welche Lebensmittel ihren Zähnen schaden können. Aber auch für die Eltern gibt es Informationen und Beratung. „Ein Thema, zu dem wir häufig Fragen bekommen, ist die Behandlung von Kinderzähnen mit Fluorid“, sagt Dr. Susanne Rubbert, die Leiterin des zahnärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen. In einigen Grundschulen und allen Förderschulen behandeln die Prophylaxe-Teams die Backenzähne der Kinder übrigens zweimal im Jahr kostenlos mit Fluoridlack – vorausgesetzt, die Eltern sind damit einverstanden. „Hier sind Eltern manchmal unsicher“, berichtet Susanne Rubbert und betont: „Fluorid leistet einen wichtigen Beitrag in der Kariesprävention! Das hat sich erneut gezeigt, als Experten im vergangenen Jahr die Empfehlungen zur Anwendung im Säuglings- und frühen Kindesalter auf den Prüfstand gestellt haben“, erklärt Rubbert. „Fluorid stärkt die Zähne. Man muss aber darauf achten, dass Kinder nicht zu viel Fluorid aufnehmen.“ Im Detail sehen die Empfehlungen so aus:

Kariesprävention mit Fluorid im Säuglings- und frühen Kindesalter

  • Bereits ab der Geburt wird Fluorid empfohlen: zunächst als tägliche Tablette in Kombination mit Vitamin D, bei Bedarf aufgelöst in ein paar Tröpfchen Wasser.
  • Ab Durchbruch des ersten Zahnes bis zum Ende des ersten Lebensjahres wird das Kind behutsam an das Zähneputzen herangeführt. Dann haben Eltern für die Fluoridanwendung zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder geben sie weiter die Tablette mit Fluorid und Vitamin D und beginnen das erste Zähneputzen mit Zahnpasta ohne Fluorid. Oder das Fluorid wird nicht mehr als Tablette gereicht und dafür erfolgt das Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Dabei soll nur eine bis zu reiskorngroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid (parts per million) verwendet werden.  
  • Welcher Weg besser geeignet ist, können Eltern individuell mit der (Zahn-)Ärztin oder dem (Zahn-)Arzt des Kindes besprechen. Das ist zum Beispiel bei der U5-Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt oder bei der ersten zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (ZFU) möglich.
  • Ab dem ersten Geburtstag gilt: Zweimal täglich putzen mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit Fluorid.
  • Nach dem zweiten Geburtstag werden die Zähne zweimal täglich zu Hause mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta geputzt. Das Kind lernt das Putzen, die Eltern putzen die Kinderzähne sauber. Hinzu sollte ergänzend ein drittes Zähneputzen in Kindergarten und Kitas kommen.
  • Um eine zu hohe Fluoridaufnahme zu vermeiden ist es wichtig, die Zahnpasta genau zu dosieren, weil Säuglinge und Kleinkinder sie noch nicht ausspucken können. Die empfohlene Zahnpastamenge darf nicht überschritten werden, um eine zu hohe Fluoridaufnahme zu vermeiden.

„Dazu kommen natürlich – in jedem Alter – gewissenhafte Mundhygiene, gesunde Ernährung und regelmäßige Zahnarztbesuche“, fasst Dr. Susanne Rubbert zusammen. So können Eltern dafür sorgen, dass die Zähne ihrer Kinder gesund bleiben. Wer Fragen hat oder weitere Informationen benötigt, kann per Mail an zahngesundheit@staedteregion-aachen.de Kontakt mit dem Team des zahnärztlichen Dienstes aufnehmen.


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Foto (Barbara van Rey, StädteRegion Aachen): Das Team des zahnärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen ist in Kitas und Grundschulen aktiv. Die Kinder erhalten spielerische und altersgemäße Informationen zum Thema Zahngesundheit, zum Beispiel beim Puppentheater in der Kita.


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