Schulhof der 4. Aachener Gesamtschule teilweise entsiegelt

Gelungene Kooperation: Auszubildende und Schüler*innen entsiegeln und bepflanzen gemeinsam Schulhof

  • Auszubildende des Aachener Stadtbetriebs haben gemeinsam mit Schüler*innen der 4. Aachener Gesamtschule Teile des Schulhofs entsiegelt und bepflanzt.
  • Das Projekt ist Teil der vielen Ideen und Maßnahmen der Schüler*innen für eine ökologische Aufwertung des Schulgeländes.
  • Nachhaltigkeits-Projekte wie dieses gehören mittlerweile fest zum Ausbildungsplan des Aachener Stadtbetriebs.

Foto: Stolz auf das tolle Projekt: Lehrer Martin Blech, Noah Müller und Fabian Vermeeren, Auszubildende beim Stadtbetrieb, Indra Balsam, Betriebsleiterin des Stadtbetriebs, die Schüler*innen Léon André Prümper, Paul Pyls, Nele Mia Rychter und Marie Dörflinger, Beigeordneter Heiko Thomas, Stephan Ganser vom Gebäudemanagement und Stefan Fagot, Abteilung Schule (v.l.). (© Stadt Aachen/Antonia Knop)

4.11.2025: Grüner, schöner und auch nachhaltiger ist der Schulhof der 4. Aachener Gesamtschule geworden. Und das ist vor allem Auszubildenden des Aachener Stadtbetriebs und Schülerinnen der Schule zu verdanken, die sich bereits seit vielen Jahren für eine ökologische Aufwertung des Schulgeländes einsetzen Nachdem städtische Azubis aus dem Straßenbau fachgerecht eine Fläche entsiegelt hatten, konnten Auszubildende aus dem Garten- und Landschaftsbau gemeinsam mit Schülerinnen, die an den vielfältigen Angeboten der Schule zu Schulbegrünung, Nachhaltigkeit und Gartenbau teilnehmen, die Flächen bepflanzen. Das Projekt ist in Kooperation mit dem städtischen Schulprogramm „ACtive for Future“ im Fachbereich Klima und Umwelt, dem Fachbereich Jugend und Schule, dem Aachener Stadtbetrieb und dem städtischen Gebäudemanagement umgesetzt worden. Die aktuelle Entsiegelung und Pflanzaktion ist eines von vielen Projekten der 4. Aachener Gesamtschule im Rahmen des Schulbegrünungsprojekts „Schulen, BÄUMT Euch auf!“, für das die Schule 2024 einen Preis der Initiative „green cool schools“ (www.greencoolschools.eu) gewonnen hat, die durch EU-Mittel unterstützt wird.

Der schulweite Begrünungsprozess begann mit dem „Global Goals-Sternmarsch Aachener Schulen“ 2024. Für die 4. Aachener Gesamtschule übergaben Sprecherinnen der Schülerinnenvertretung unter anderem die Forderung nach mehr Schulbegrünung an die ehemalige Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Die Gesamtschule gehört auch zu den Unterzeichnerinnen des Klimastadtvertrages. Die Initiativen an der Schule umfassen kleine Maßnahmen wie eine Hochbeet-Reparatur und die Rettung von Topfblumen über entsprechende Unterrichtsinhalte bis hin zum Entsiegelungsplan für den Schulhof und dessen Umsetzung. Léon André Prümper und Nele Mia Rychter von der Schülerinnenvertretung haben zwar nicht selber gebuddelt, sind aber Mitinitiator*innen der Global Goals-Aktionen und haben seinerzeit die Forderungen der Schule im Rathaus mit übergeben: „Wir müssen vermeiden, dass wir große Hitzeinseln in der Stadt haben. Außerdem sorgt mehr Grün im Schulumfeld auch für mehr Ruhe im manchmal anstrengenden Schulalltag“, ist Prümper überzeugt. Heiko Thomas, Beigeordneter der Stadt Aachen für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, stimmt dem Schüler zu: „Wir müssen an unseren Schulhöfen arbeiten. Mehr Grün sorgt auch im Umfeld der Schulen für Kühlung an Hitzetagen und mehr Lebensqualität insgesamt in der Stadt.“

Begrünung der Außenflächen für besseres Klima in der Klasse

Die Begrünung der Außenflächen bringe nachweislich auch in den Klassenräumen eine Abkühlung an heißen Tagen, so Stephan Ganser, Abteilungsleiter „Instandhaltung von städtischen Gebäuden“ beim Gebäudemanagement: „Wir haben mittlerweile ein neues Problembewusstsein für die Schulen und Kitas. Da, wo wir vulnerable Gruppen unterbringen, müssen wir etwas gegen die Überhitzung tun.“ Stefan Fagot, Abteilungsleiter Schule im städtischen Fachbereich Jugend und Schule, lobte die 4. Gesamtschule ausdrücklich: „Es ist ja kein Zufall, dass wir ausgerechnet an dieser Schule stehen und ein solches Projekt präsentieren.“ Sehr früh hat sich die Schulgemeinschaft aufgemacht, solche Verbesserungen im Schulalltag umzusetzen.

Teil der Ausbildung beim Stadtbetrieb

Aber nicht nur die Schule profitiert von der aktuellen Entsiegelung und der „ACtive for Future“-Unterstützung: „Das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ haben wir fest in die Ausbildungsrahmenpläne aufgenommen“, erläutert Indra Balsam, Betriebsleiterin des Aachener Stadtbetriebs. Eine solche Schulhofbegrünung in Kooperation mit dem städtischen Schulprogramm wird so ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. „Solche Baustellen machen viel Spaß und die Stadt wird dadurch etwas grüner“, so Fabian Vermeeren, 3. Lehrjahr zum Gärtner Fachrichtung „Garten- und Landschaftsbau“ im Aachener Stadtbetrieb. Sein Kollege aus dem 3. Lehrjahr, Noah Müller, findet auch den Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Schüler*innen gut: „Es profitieren wirklich alle davon.“

Vorarbeiten ab April

Am 1. April dieses Jahres gab es einen Kick-off-Termin für das Projekt mit der 4. Aachener Gesamtschule – unter anderem mit Martin Blech, Lehrer an der 4. Aachener Gesamtschule und „Global Goals“-Koordinator, und André Fischer, Fachkraft in multiprofessionellen Teams an der Schule – sowie Expertinnen und Ausbilderinnen des Stadtbetriebs. Im Anschluss wurde ab Mitte Juli mit den Entsiegelungsarbeiten durch die Auszubildenden des Straßenbaus begonnen: Gemeinsam mit den zwei Auszubildenden Yannick Esser und Saadeldin Alkhaleed aus den Bereichen Straßenbau und Straßenunterhaltung wurde eine asphaltierte Fläche des Schulhofs fachgerecht entsiegelt. Dabei wurde der Asphaltbelag eingeschnitten, aufgenommen und der vorhandene Unterbau ausgehoben, um die Fläche für eine spätere Bepflanzung vorzubereiten. Die entsiegelte Fläche umfasst zwei Teilbereiche mit einer Gesamtgröße von etwa 20 Quadratmetern.

Danach kamen die „Gärtner“ an die Reihe: Eine Fläche wurde zunächst mit Bandstahl eingefasst, mit Pflanzsubstrat aufgefüllt und mit einer Hainbuchenhecke bepflanzt. Ende Oktober erfolgte eine Hangbepflanzung vor dem Schulgelände mit 13 verschiedenen Gehölzen, unter anderem mit Hundsrose, dem gemeinen Schneeball, Forsythien oder Zierjohannisbeeren. An der Maßnahme waren jeweils zwei Auszubildende aus dem ersten und zweiten Lehrjahr beteiligt und das Projekt wurde in der Ausführung von den zwei Auszubildenden des dritten Lehrjahres geleitet und praktisch ausgeführt: Noah Müller und Fabian Vermeeren haben es gemeinsam mit Schüler*innen der Garten-Werkstätten der Schule umgesetzt. Nun wurden die letzten Gehölze von Marie Dörflinger und Paul Pyls, beide an der 4. Gesamtschule, eingepflanzt.

Begleitung durch „ACtive for Future“

Das Schulprogramm „ACtive for Future“ begleitet Aachener Schulen auf ihrem Weg, Nachhaltigkeit im Schulalltag zu verankern. Das Programm unterstützt Schulen dabei, den Schulalltag umweltfreundlicher, fairer und zukunftsorientierter zu gestalten. Ob Energiesparen, Müllvermeidung oder mehr Grün auf dem Schulhof – es bringt Impulse, Tipps und finanzielle Förderungen direkt zu den Schulen. Schulhofbegrünungsprojekte spielen dort eine zentrale Rolle: 20 Aachener Schulen haben im Rahmen von „ACtive for Future“ seit 2022 bereits kleinere Projekte zur Aufwertung des Schulgeländes umgesetzt. Gemeinsam mit Verantwortlichen aus dem Fachbereich Jugend und Schule, dem städtischen Gebäudemanagement und dem Aachener Stadtbetrieb hat das „ACtive for Future“-Team die 4. Aachener Gesamtschule als Pilotschule für die Umsetzung des Ausbildungsprojekts „Nachhaltigkeit“ ausgewählt. Diese Schule setzt sich seit vielen Jahren – unter anderem mit täglichen Garten-Werkstätten, dem Unterrichtsangebot „BE-greifen“, bei dem Jugendliche speziell auf gartenhandwerkliche Ausbildungsberufe vorbereitet werden oder einem Begrünungsrat der Schule – für die ökologische Aufwertung des Schulgeländes ein.


Die Schule hat ein richtungsweisendes Lernkonzept etabliert, für das nun genug Raum zur Verfügung steht. In nur 16 Monaten wurden alte Teile des Schulgebäudes aufwendig saniert, neue Gebäudebereiche kamen hinzu

22.9.2016: Die offizielle Eröffnung der 4. Aachener Gesamtschule begann mit einem Donnerschlag – mit Geräuschen und Bewegungen von Schülerinnen und Schülern der 4. Aachener Gesamtschule szenisch umgesetzt. Er markierte den Neubeginn dieser „festen Größe in der Aachener Schullandschaft“, wie sie der Rektor der Schule, Hanno Bennemann in seiner Begrüßungsrede nannte: „Ich bin der Schulleiter dieser schönen Schule. Und da bin ich stolz drauf. Deshalb sage ich das so gern.“ Die Geschichte der 4. Aachener Gesamtschule ist eng mit Bennenmann verbunden: Er gab den Anstoß, am Standort Sandkaulstraße eine weitere Gesamtschule zu etablieren und dabei schwebte ihm auch ein Konzept vor, dass viel mit der Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler zu tun hat, aber auch mit dem Heben des Potentials jedes Einzelnen. Komplett neue Unterrichtsformen und Lehrmethoden wurden in den vergangenen fünf Jahren an der Gesamtschule etabliert: „Wir haben ein Kollegium, dass sich traut, eigene Wege zu gehen, Schülerinnen und Schülern Vertrauen entgegen zu bringen. Die Kinder und Jugendlichen übernehmen Verantwortung für sich, für Andere, für die Umwelt und Gesellschaft.“ Schnell wurde klar, dass die bestehenden Gebäude zu klein sein würden für die noch wachsende Schule. 

Gelungenes Zusammenwirken von Alt und Neu in der 4. Gesamtschule Aachen

Nun hat dieses Konzept hat mehr Platz, um sich zu entfalten, denn für die Klassen fünf bis acht wurde ein altes Gebäude umfangreich saniert, aus- und umgebaut, eine Mensa eingerichtet. Außerdem wurde noch eine neue Sporthalle errichtet. Aachens Bürgermeister Norbert Plum erinnerte an die fünf Jahre, die der Einweihung voraus gegangen sind: „Es war ein langer Weg bis zu dieser Einweihung. Aber es ist eine gelungene Verbindung aus gelungener Architektur und einem richtungsweisenden Unterrichtskonzept.“ Dazu waren rund 100 Firmen mit insgesamt 500 Bauhandwerkern nötig und rund 15 Millionen Euro wurden investiert, die Bauzeit betrug nur rund 16 Monate, obwohl auf dem Gelände archäologische Funde ausgegraben wurden, die den Zeitplan ein wenig eingebremst haben. Einige Teile der Schule sind auf den sprichwörtlich letzten Drücker fertig geworden, die neue Sporthalle geht nach den Herbstferien in Betrieb. „Es ist ein „gutes und spannendes neues Lebensumfeld für die Schülerinnen und Schüler entstanden, ein gelungenes Zusammenwirken von Alt- und Neubaubereichen“, so Plum.

Dem konnte Ralph Fleischhauer, Abteilungsleiter im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW nur zustimmen: „Hier sind ideale Rahmenbedingungen entstanden. Das Lernen verändert sich und das braucht neue Räume.“ Fleischhauer zitierte ein schwedisches Sprichwort, nachdem es drei Lehrer für Kinder gibt: „Die anderen Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer selbst und den Raum.“ Ähnlich mutig wie das Kollegium der 4. Aachener Gesamtschule seien Ende der 1960er Jahre die Lehrkräfte gewesen, die sich für die Idee der Gesamtschule stark machten.

Die Jugendlichen zeigten wie gut das Konzept der Schule funktioniert

Und damit die Schülerinnen und Schüler auch zeigen konnten, dass das Konzept der Schule funktioniert, wurden immer wieder kleine Szenen gespielt, die denpädagogischen Ansatz erläuterten, die Ideen und Programme erklärten. Bei der Musik von der Schulband „Das ganz O(H)R Projekt“ zeigten die Mädchen und Jungen ihr musikalisches Potential, bevor die Besucher der Einweihungsfeier das Schulgebäude wegweisende Schulgebäude besichtigen konnten.

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