Social Media für Eltern und Großeltern

Deutsches Kinderhilfswerk zu Social-Media-Verboten: Risiken ernst nehmen, Kinderrechte achten, technisch umsetzbare Lösungen bieten

25.2.2026: Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt in der Diskussion um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche risikoorientierte Lösungsansätze an, die sowohl rechtlich als auch technisch umsetzbar sind. Maßgeblich für politische Lösungsansätze muss aber eine ganzheitliche Berücksichtigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen bleiben so wie sie die UN-Kinderrechtskonvention vorgibt. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ist für die Eingrenzung von Risiken im Zusammenhang mit Social Media der bereits bestehende Rechtsrahmen zumindest bedingt trag- und ausbaufähig, und muss konsequenter als bislang angewendet werden, um sein Potenzial zu entfalten.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes sind die derzeitigen parteipolitischen Schnellschüsse an vielen Stellen kontraproduktiv. Deshalb plädiert die Kinderrechtsorganisation nachdrücklich dafür, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ ihre fachlich fundierte Arbeit machen zu lassen und deren Ergebnisse abzuwarten. Am Ende muss für eine nachhaltig Strategie zum Umgang mit Online-Risiken eine verbindlich abgesicherte Medienbildung ebenso im Mittelpunkt stehen wie eine Verantwortungsübernahme von Anbietern. Pauschale Social-Media-Einschränkungen von jungen Menschen entmündigen Kinder und Jugendliche und verhindern letztlich digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz.

„Es ist wichtig, dass die Regierungsparteien zu dem von Ministerin Prien gesetzten Fahrplan stehen und die eigens eingesetzte Expertenkommission ihre Arbeit machen lassen. Es braucht Lösungen, mit denen risikofördernde Praktiken von Plattformen unterbunden werden und zudem skalierbare Schutzmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen, ohne grundsätzlich in die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen einzugreifen. Ein Blick Richtung Großbritannien und Australien zeigt, dass reine Ausschlussstrategien vor allem dazu führen, dass Kinder und Jugendliche zunehmend Umgehungsstrategien zur Nutzung von Social Media entwickeln und dadurch noch schlechter geschützt sind als zuvor. Dies hilft weder den Kindern noch ihren Familien“, betont Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Wichtig ist daher vielmehr, jungen Menschen ihrem Alter entsprechende Onlineangebote zu bieten, statt sie komplett von der digitalen Welt auszuschließen. Das muss sich auch in einer stärkeren Verantwortungsübernahme von Social-Media-Anbietern niederschlagen, einem Regulierungsrahmen, der diese Verantwortungsübernahme im Sinne der Kinder und Jugendlichen verbindlich macht und einer Medienkontrolle, die diesen Rahmen auch konsequent nutzt. Kinder von den größten sozialen Räumen im Netz auszuschließen, weil wir Gesetze und Normen nicht durchzusetzen wagen, ist ein Eingeständnis des Scheiterns. In der Debatte braucht es eine stärkere Orientierung an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen und eine Diskussion darüber, wie sie Social-Media-Plattformen nutzen können und nicht, ob sie sie nutzen dürfen“, so Kai Hanke.


Social Media Guide für Eltern und Großeltern – ein Glossar

Social Media sind für viele aus dem täglichen Leben kaum noch wegzudenken. Sie sind schnelllebig und mit zahlreichen für viele noch unbekannten Anglizismen verbunden. Eltern und Großeltern, die mit ihren Kindern und Enkeln mitreden wollen, erhalten hier einen kleinen Überblick über die wichtigsten Begriffe.

Tablet iPad Social Media
Foto: aachenerkinder.de

Posten oder Posting

Veröffentlichung von Fotos, Videos oder Texten auf einem Social Media Kanal. Das Hochladen eines Fotos auf Instagram bedeutet, dass dieses Foto gepostet wird.

App

App ist die Abkürzung für Application und bedeutet Anwendung. Eine Funktion wird auf dem Smartphone oder dem PC installiert. Apps sind inzwischen für zahlreiche Bereiche wie soziale Netzwerke, Nachrichten, Bankkontenverwaltung, Rezepte oder für die Steuerung von Smart Home verfügbar.

Follower

Der Begriff Follower leitet sich vom englischen „to follow“ ab, was „jemandem folgen“ bedeutet. Personen, die einer anderen Person online folgen, um von dieser Person keinen aktuellen Beitrag im Internet zu verpassen, werden als Follower bezeichnet. Großeltern, die beispielsweise auf Instagram ihren Enkeln folgen, sind Follower ihrer Enkel. Die sozialen Kanäle ermöglichen auch das Folgen von Prominenten, Sendungen oder verschiedenen Aktionen, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Influencer

Influencer könnten als Beeinflusser bezeichnet werden, da der Begriff vom englischen „to influence“ kommt, was „jemanden beeinflussen“ bedeutet. Menschen, die aufgrund ihrer großen Reichweite durch viele Follower für die Werbeindustrie attraktiv sind, werden als Influencer bezeichnet. Solche Social Media Stars sind vor allem auf YouTube und auf Instagram aktiv. Regelmäßig posten sie neue Inhalte, um für bestimmte Produkte zu werben, die ihnen von Firmen bereitgestellt werden. Dementsprechend heißt diese Form der Werbung Influencer-Marketing.

Liken

Dieser Begriff stammt vom englischen „to like“. Das bedeutet „etwas mögen“. Follower können die geposteten Inhalte liken und ausdrücken, dass ihnen diese Inhalte gefallen. Ein Herz steht bei Instagram und Twitter für ein Like, während bei Facebook der Gefällt-mir-Button zum Liken dient.

Hater

Hater kommt vom englischen „to hate“ für „hassen“. Personen, die im Internet Hass und negative Kommentare verbreiten, werden als Hater bezeichnet.

Selfie

Dieser Begriff leitet sich vom englischen „self“ für „selbst“ ab und bezeichnet ein mit der Frontkamera des Handys und ausgestrecktem Arm von einem selbst aufgenommenes Foto, ein Selbstportrait.

Story

Eine Story ist eine kleine Geschichte, die auf verschiedenen sozialen Netzwerken wie WhatsApp, Instagram, Facebook oder Snapchat gepostet werden kann. Nutzer können Fotos und kleine Videos hochladen, um zu informieren, was sie aktuell machen, essen oder wo sie sich befinden. Solche Storys werden automatisch nach 24 Stunden wieder gelöscht. Influencer können mit den Storys ihre Produkte vermarkten oder Nähe zu Followern herstellen.

Hashtag

In der Onlinewelt wird das Rautezeichen vor allem auf Twitter und Instagram als Hashtag genutzt, um Beiträge zum gleichen Schlagwort zu verknüpfen. Zu Weihnachten kann ein Bild von einem Tannenbaum gepostet und mit dem Hashtag #Weihnachten verbunden werden. Per Klick auf das Hashtag erscheinen alle mit diesem Hashtag verschlagworteten Bilder. Auch die gezielte Suche nach einem Hashtag ist möglich. Um für ein Thema mehr Reichweite zu schaffen oder Zusammenhalt und Solidarisierung zu zeigen, werden häufig Kampagnen mit einem Hashtag verschlagwortet. Firmen können Hashtags für Werbekampagnen nutzen.

Cybermobbing

Cybermobbing kann durch den verbreiteten Hass der Hater entstehen. Es handelt sich um Mobbing im Internet. Die Mobber können sich im Gegensatz zur realen Welt hinter ihrer Anonymität verstecken. Schnell können Lügen, bloßstellende Foto- oder Videoaufnahmen sowie Gerüchte an eine breite Masse gelangen. Die Anonymität der Hater macht es schwer, sich gegen Cybermobbing zu wehren. Nutzer sollten Hasskommentare löschen und den Kontakt blockieren. Nutzer, die solche Inhalte nicht selbst löschen können, sollten sich an den Anbieter der entsprechenden Social Media Plattform wenden. Die Inhalte werden von der Plattform geprüft und beim Verstoß gegen die Richtlinien gelöscht. Die Polizei sollte im Extremfall eingeschaltet werden.

Weitere hilfreiche Informationen zu Social Media

Noch mehr hilfreiche Informationen zum Thema Social Media hält der kostenlose „Social Media Guide für Eltern & Großeltern“ bereit.

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Grafik: NeoAvantgarde


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